Wann Winterreifen aufziehen?

Faustregel: Oktober bis Ostern

Die "O-bis-O-Regel" ist ein bewährter Anhaltspunkt. Entscheidend ist die Temperatur: Winterreifen lohnen sich ab dauerhaft unter 7°C. Die Gummimischung von Sommerreifen verhärtet darunter und verliert Grip – auch ohne Schnee.

Situative Winterreifenpflicht in Deutschland

In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht (§ 2 Abs. 3a StVO): Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte müssen Reifen mit Alpine-Symbol (Schneeflocke im Bergpiktogramm) montiert sein. Verstoß: 60 Euro Bußgeld, 1 Punkt.

Alpine-Symbol vs. M+S-Kennung

M+S (Mud and Snow)

Ältere Kennung, nicht genormt. Hersteller konnte M+S ohne Prüfung aufdrucken. Seit dem 01.10.2024 erfüllen reine M+S-Reifen (ohne Alpine-Symbol) die Winterreifenpflicht nicht mehr.

Alpine-Symbol (3PMSF)

Three Peak Mountain Snowflake – genormte Prüfung nach UN ECE R 117. Der Reifen muss auf Schnee nachweislich besser bremsen als ein Referenzreifen. Seit 2024 die einzig gültige Kennzeichnung.

Worauf bei Winterreifen achten?

Profiltiefe mindestens 4 mm

Gesetzlich reichen 1,6 mm, aber Winterreifen verlieren unter 4 mm signifikant an Grip auf Schnee und Matsch.

Reifenalter unter 6 Jahre

Die spezielle Wintermischung verhärtet mit der Zeit. DOT-Nummer auf der Flanke zeigt das Produktionsjahr.

Richtige Dimension

Winterräder dürfen eine andere Dimension als Sommerräder haben – aber nur wenn im Fahrzeugschein eingetragen oder per Gutachten genehmigt.

RDKS-Sensoren

Ab Baujahr 2014 sind RDKS-Sensoren auch in den Winterrädern Pflicht. Wir programmieren und lernen die Sensoren an.

Reifendruck anpassen

Winterreifen haben oft andere Druckwerte als Sommerreifen. Die korrekten Werte stehen in der Tankklappe oder B-Säule.

Winterreifen wechseln lassen

Frühzeitig Termin sichern – in der Hauptsaison sind die Wartezeiten lang.

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